Sich fit und gesund tanzen

Tanzen ist vom Scheitel bis zum kleinen Zeh ein körperliches Vergnügen oder eine Sportart, die gesund und fit hält. Dabei wird nicht nur der ganze Körper in Bewegung gebracht, auch Psyche und soziales Verhalten erfahren Verbesserung.

Körperhaltung verbessern

Sehr viel, was beim Tanzen geschieht, hat mit Muskulatur und Knochenbau zu tun. Deshalb verbessert sich durch diese Art der Bewegung die Koordination der Muskeln und es lösen sich Verspannungen. Die Sehnen und Bänder werden beweglicher und verhindern Stürze. Auch die Rückenmuskulatur wird durch den Tanz gestärkt. So verbessert sich die Körperhaltung.

Gehirnaktivität verbessern

Wer beim Tanzen schwitzt, fördert durch diese körperliche Anstrengung die Durchblutung, im Übrigen auch des Gehirns. Bessere Konzentration und besseres Gedächtnis sind die Folgen. Dies ist besonders im Hinblick auf das Alter bedeutsam, denn dem Abbau der Gehirnaktivität wird vorgebeugt. Da Tanzbewegungen einstudiert werden müssen, sind Koordinations- und Erinnerungsfunktionen angesprochen. Während des Tanzens werden verschiedene Körperbereiche durch die Bewegung aktiviert. Dies bedeutet auch, dass das Gehirn beidseitig beansprucht wird und dadurch Gleichgewichts- und Orientierungssinn trainiert werden.

Von Glückshormonen und Botenstoffen

Auch ist die Wirkung des Tanzes auf die Psyche nicht zu übersehen. Viele sogenannte Glückshormone, Endorphine, werden ausgeschüttet. Die Hypophyse und der Hypothalamus stellen sie im Gehirn her. Wenn sie in den Körper abgegeben werden, wirken sie wie eine körpereigene Droge und versetzen den Tänzer oder die Tänzerin in einen glücksähnlichen Zustand. Auch spielt das Hormon Serotonin beim Tanzen eine wichtige Rolle, um dem Tänzer oder der Tänzerin über Informationen im Gehirn ein gutes Gefühl zu vermitteln. Fehlt beispielsweise der Botenstoff Serotonin, kann dies zu Depressionen führen. Durch Tanz kann diesen also gegengewirkt werden.

Soziales Verhalten fördern

Ein Ergebnis des Tanzens ist auch die Veränderung von sozialem Verhalten. Der Tänzer oder die Tänzerin beachten Musik und Schrittfolge und müssen beispielsweise Menschen und den Raum, in dem sie sich bewegen, einordnen können. So können sie sich und andere nicht verletzen. Sie verhindern dadurch auch, innerhalb der Gruppe Bewegungsabläufe von anderen zu stören. Dadurch beginnen sie, sich an ein soziales Verhalten zu gewöhnen, das auf Regeln aufbaut.

Diese Regeln sind beispielsweise auch im Kindertanz vorteilhaft für die Sozialisierung der Kleinen. Sie erarbeiten sich dadurch ein Gefühl für andere und nehmen an gruppendynamischen Prozessen teil. Mit der Zeit entstehen soziales Verhalten und Selbstvertrauen.

Der Karneval und die Tanzmariechen

Die deutschen Karnevalsvereine haben fast alle ihre Spitzentänzerin, das Tanzmariechen, je nach Stadt oder Region auch Funkenmariechen oder Regimentstocher genannt. Traditionsgemäß tragen diese Tänzerinnen Uniformen, die an das 18. Jahrhundert anlehnen. So gehören zum typischen Erscheinungsbild der Dreispitz, die Perücke, Uniformjacke, ein kurzes Röckchen mit Petticoat, eine Strumpfhose sowie ein weißes Spitzen- oder Rüschenunterhöschen.

Hoher Leistungsstand

Der deutsche Gardetanz, zu welchem diese Art des Solistentanzes gerechnet wird, hat seine Regeln. Er stellt auch hohe Anforderungen, denn der Deutsche Verband für Garde- und Schautanzsport, DVG, verweist gern auf den hohen sportlichen und tänzerischen Leistungsstand seiner Solistinnen und Solisten, Tanzpaare sowie Formationen. Mit diesem Können finden sich die Tanzmariechen auch zum Paartanz mit den Tanzoffizieren ein. Auch treten sie in Tanzgarden auf. Häufig tanzen sie zu Polka oder Marschmusik, die bei den entsprechenden karnevalistischen Anlässen für Stimmung sorgen.

Mehr Akrobatik im Solotanz

Wie anspruchsvoll die Anforderungen an die Garde- und Schautänze in den Karnevalsvereinen sind, zeigen auch die vielen Turniere, die bundesweit veranstaltet werden. Diese können von den Landesmeisterschaften bis zu den deutschen und Europameisterschaften reichen.

Die Formationen tanzen heute noch nach ihrer ursprüngliche Struktur, da sie aus dem Girlstanz der Revuetheater stammen. Hingegen hat sich der Solotanz der Tanzmariechen verändert. Er baut zunehmend Akrobatik in die Abläufe ein.

Marlène Charell und die längsten Beine der Welt

Die Karriere von Marlène Charell war die Karriere einer Tänzerin – aber nicht nur. Das Multitalent aus dem niedersächsischen Winsen an der Luhe begann bereits im Alter von sechs Jahren an der Seite des Vaters mit einer akrobatischen Zirkusnummer. Als junge Frau durchlief sie Ausbildungen im Tanz, Ballett und Schauspiel, in Akrobatik und Gesang. Sie benötigte dies, um ihr erstes Engagement am Pariser Revuetheater ‚Folies Bergère’ zu erhalten. Danach folgten Engagements an ersten Adressen wie dem Theater ‚Dunes’ in Las Vegas und dem Pariser Cabaret ‚Lido’, wo sie zur Solistin avancierte. Die Zeitschrift ‚Variety’ ernannte sie in ihrer Zeit in Las Vegas zur ‚Miss Longlegs’, auf Deutsch ‚Fräulein Langbein’.

Eine Ausnahmeerscheinung

Marlène Charell war mit Engagements in diesen Häusern seinerzeit eine deutsche Ausnahmeerscheinung. Sie hatte ihre eigene ‚Marlène-Charell-Show’, mit der sie vom Casino Ruhl in Nizza aus auf internationale Tournee ging. Auch folgten Auftritte im deutschen Fernsehen. So war sie Gast in ‚Dalli Dalli’ und ‚Am laufenden Band’. 1979 hatte sie im deutschen Kinofilm ‚Himmel, Scheich und Wolkenbruch’ sowie in TV-Serien wie ‚Das Traumschiff’ oder ‚Tanz auf dem Vulkan’ Rollen. Zudem sah sie das Fernsehpublikum in den Neujahrs-Shows von 1979 und 1980. Das deutsche Multitalent ist immer noch gern auf Tournee sowie auf Galas oder Shows gesehen.

Federleicht und elegant zur Weltmeisterschaft im Standardtanz

Das Jahr 2014 war für Simone Segatori und Annette Sudol ein Spitzenjahr. Die Deutschen aus Stuttgart wurden im Standardtanz Weltmeister Einzel und bescherten damit dem TSC Astoria Stuttgart einen sensationellen Erfolg. Das elegant und federleicht wirkende Tanzpaar holte sich nach jahrelangem Training bei William Pino und Alessandra Bucciarelli sowie mehreren Teilnahmen an Weltmeisterschaften den internationalen großen Titel. Somit stellte der Deutsche Tanzsportverband, DTV, zum vierten Mal ein Paar aus seinen Reihen, das den Weltmeistertitel im Standardtanz holte.

Vom Parkett in die Jury

Schaut man die Geschichte der Weltmeisterschaften im Einzel, so der Paartanz in der Fachsprache, an, begann diese 1982 für Deutschland mit Max-Ulrich Busch und Renate Hilgert. Die beiden begannen in der Berliner Tanzschule Finck mit ihren ersten gemeinsamen Lektionen und wechselten nach ihrer großen Zeit als Amateure ins Profilager, machten dann die Trainer- und Wertungsrichterausbildung und sahen die Tanzwettbewerbe von da an aus der Sicht der Jury. Dann kehrten sie dorthin zurück, wo mit dem Tanzen alles begann: Sie übernahmen in Berlin die Tanzschule ihres ersten Tanzlehrer-Paars Heinz-Georg und Gudrun Finck.

Die beiden weiteren Erfolgspaare des DTV waren die zweimaligen Weltmeister Oliver und Martina Wessel-Therhorn und die dreimaligen Weltmeister Benedetto Ferruggia und Claudia Köhler.

Eine Ballett-Akademie in der Hochschule

Wenn junge Tänzer und Tänzerinnen eine professionelle Tanzausbildung anstreben, besuchen sie heute eine der Ballett-Akademien oder Ballettschulen in Deutschland. Sie erhalten dort theoretische und praktische Unterweisungen und haben am Ende nicht nur den Körper und seine Bewegungen hervorragend geschult, sondern sich auch fachlich ausgezeichnet gebildet. Ballett-Akademien des 21. Jahrhunderts sind keine Schmalspur-Institute, sondern hochintelligente Bildungsstätten für den klassischen und modernen Tanz. Ihre Leitung und der Lehrkörper sind hochkarätig und weisen selbst entsprechend profunde Erfahrung im Bereich von klassischem oder modernem Tanz auf. Das Profil der Dozentinnen und Dozenten bewegt sich heute fast nur noch auf internationaler Ebene, sodass ausreichend exzellente Auslandserfahrung in die Ausbildungs- und Studienkonzepte und ihre Umsetzung einfließt.

Die Institutsleitung mit internationalem Format

Am Beispiel der Ballett-Akademie der Hochschule für Musik und Theater München wird dies deutlich. Ihr Institutsleiter, Professor Jan Broeckx, ist ein international renommierter Tänzer, Choreograf und Pädagoge mit einem Lebenslauf, der dem gebürtigen Belgier Empfehlungen als Erster Solist und Startänzer sowie international gefragter Juror bei Ballett-Wettbewerben wie beispielweise dem Prix de Lausanne attestiert. 1985 wurde Jan Broeckx zudem in München zum ‚Künstler des Jahres’ ernannt. Seine tänzerischen und choreografischen Kooperationen sind die besten, die man sich denken kann. In seiner Biografie werden auch Namen wie Roland Petit, George Balanchine, John Cranko, Rudolf Nurejew, Alessandra Ferri oder Zizi Jeanmaire angeführt.

Dem Leitbild verpflichtet

„Tanz ist die Kunst, die die Seele des Menschen am meisten bewegt.“ Mit dieser platonischen Weisheit führt die Ballett-Akademie München in ihr Wirken ein. Sie hat ein Leitbild, in dem sie sich einer von ihr definierten umfassenden Profilbildung der Studierenden sowie Schülerinnen und Schüler verpflichtet. Dass die Mitglieder der Akademie sich in einem vernetzten internationalen Zusammenhang ihrer Arbeit verstehen, zeigen sie in Punkt drei des Leitbilds, in dem sie sich zu ‚kultureller Offenheit, Wertschätzung von Diversität, fachlichem Dialog und interdisziplinärer Zusammenarbeit’ bekennen.

Die Bereiche des Tanzstudiums

Die Akademie teilt das Tanzstudium in die Bereiche ‚Jungstudium’, ‚Tanz’ mit einem Abschluss als Bachelor of Arts, B. A., sowie Aufbaustudium ‚Meisterklasse Ballett’ ein.

Das ‚Jungstudium’ führt Kinder und Jugendliche behutsam und verantwortungsbewusst zu einer professionellen Zukunft als Tänzerinnen und Tänzer. Das eigentliche ‚Tanzstudium’ verweist neben dem klassischen Tanz auf Elemente des modernen und zeitgenössischen Tanzes, sodass das Angebot breit, differenziert, praktisch, theoretisch und interdisziplinär zu verstehen ist. Dazu gehören beispielsweise historischer Tanz, Charaktertanz, Bühnenpraxis sowie Tanzmedizin.

Der Aufbaustudiengang ‚Meisterklasse Ballett’ setzt das Tanzstudium zwar fort, legt den Schwerpunkt jedoch auf das Hauptfach Ballett. Hier eröffnet sich für die Studierenden die Möglichkeit, ihre Qualifikationen durch Aufführungen und Gastspiele auf nationaler oder internationaler Ebene zu vertiefen.

Der Tänzer und die Tänzerin – ein Bachelor

Junge Menschen, die sich heute für berufliche Perspektiven im Tanz entscheiden, müssen nicht unbedingt als professionelle Tänzerinnen und Tänzer und / oder in der Tanzpädagogik tätig sein. Sie können auch andere Wege gehen und sich in Forschung und Lehre betätigen. Und sie können im Kulturmanagement, in Archiven, Lektoraten und Verlagen sowie im Bereich von Tanzkritik oder in der Dramaturgie arbeiten. Wichtig ist hierbei, einerseits die Auswahl des Studienorts mit seinem Angebot zu überprüfen und andererseits berufliche Perspektiven wie postgraduales Studium und Promotion rechtzeitig in die Studienwahl miteinzubeziehen.

Grundlage beruflicher Entwicklung

In Deutschland ist das Bachelor-Studium im Bereich Tanz die Grundlage für eine berufliche Entwicklung. Der Bachelor, wie der Studiengang B. A. heute gemeinhin genannt wird, ist üblicherweise ein berufsbezogenes Studium von sechs bis acht Semestern, wobei Tanz in diesem Fall allgemein zu verstehen ist. Die vierzehn Bachelor-Studiengänge, die derzeit in Deutschland angeboten werden, unterscheiden sich in ihrer Ausrichtung teilweise beträchtlich und legen, ganz im Sinn eines berufsbezogenen Studiums, entsprechende Schwerpunkte fest.

Verschiedene Schwerpunkte der Studiengänge

Die jeweiligen Bachelor-Studiengänge sind nicht in allen Bundesländern vertreten. Baden-Württemberg weist vier, Nordrhein-Westfalen drei, Bayern, Berlin und Sachsen jeweils zwei Bachelor-Studiengänge und Hessen weist ein Bachelor-Studium auf. Im Einzelnen wird das Bachelor-Studium mit Fachrichtung Tanz in Dresden, Essen, Frankfurt am Main, Köln und Mannheim angeboten. Das Bachelor-Studium Ballett gibt es in München. Bachelor-Studiengänge mit spezieller Ausrichtung sind in Eurythmie (Alfter bei Bonn), Eurythmie mit pädagogischer Basisqualifikation (Stuttgart), Musical-Show (Berlin), Tanz/Dance (München), Tanz, Kontext, Choreographie (Berlin) sowie Tanzpädagogik (Dresden und Mannheim) zu finden.

Fächer rund um den Tanz

Allgemein umfassen diese Studienrichtungen Fächer, die rund um den Tanz zu verstehen sind und zu Qualifikationen im Tanz sowie in differenzierter Art auch zu tanzbezogener Bildung führen. So werden klassischer, zeitgenössischer und moderner Tanz, Körperbewusstsein und Improvisation gelehrt. Tanz- und Kunstgeschichte, Musiktheorie und Musikgeschichte, internationale Tanzformen sowie Komposition und Dramaturgie stehen ebenso auf dem Lehrplan wie Tanz und Film, Bewegungslehre oder Selbstmanagement für Tänzer. Aus dieser Auflistung wird deutlich, in welche Richtung das Lehrprogramm der jeweiligen Anbieter geht.

Musical-Show und Eurythmie als Beispiele

Am Beispiel des achtsemestrigen Bachelor-Studiengangs Musical-Show an der Universität der Künste Berlin wird deutlich, wie die Gewichtung des Tanzes sein kann. Dieser Studiengang wird den Fachrichtungen Instrumentalmusik, Gesang und Tanz zugeordnet. Hier werden also außer tänzerischer Begabung weitere Talente für die Bewerbung zum Bachelor-Studiengang erwartet.

Ein anderes Beispiel ist der Bachelor-Studiengang Eurythmie in Alfter bei Bonn. Eurythmie wird als anthroposophische Bewegungskunst verstanden, die durch Rudolf Steiner Anfang des 20. Jahrhunderts entwickelt wurde. Sie zeigt unter anderem die Beziehungen und Gesetzmäßigkeiten zwischen Mensch und Welt auf und ermöglicht es, den Körper zum Instrument für seelisch-geistige Intentionen zu entwickeln. Die Eurythmie wird beispielsweise im Bereich von Bühnenkunst oder Pädagogik eingesetzt. Ihre Vertreterinnen und Vertreter nennen sich Eurythmistinnen und Eurythmisten.

Schritte und Figuren gemäß Welttanzprogramm

Wenn Musik gespielt wird, der Herr die Dame übers Parkett führt und diese ihm in den Armen liegt, ist Paartanz angesagt. Dieser kann in einem Clubraum, einer Tanzschule oder in einer Halle stattfinden.

Im Clubraum und in der Tanzschule geht es üblicherweise um das Erlernen von Tanzschritten und -figuren aus dem 1960 gegründeten Welttanzprogramm, WTP. Es geht gelegentlich auch um Trainings für die Tanzsportbegeisterten.

Sobald es sich jedoch um wichtige Wettbewerbe wie die ‚German Open Championships’ in Stuttgart handelt, tanzen die Amateur- oder Profi-Paare in Hallen vor entsprechend anspruchsvollem Publikum und einer Jury. In diesem Fall sind die Anforderungen beträchtlich.

Standard- und lateinamerikanischer Tanz

An und für sich wird in Deutschland im allgemeinen in zwei Kategorien getanzt, die beide im WTP des Weltfachverbands der nationalen Tanzlehrerverbände, World Dance Council oder WDC genannt, festgehalten sind. Dies sind die fünf Standardtänze Wiener Walzer, Foxtrott, Slowfox, Quickstep und Tango. Sie unterscheiden sich von den fünf lateinamerikanischen Tänzen, die ebenfalls Teil des Welttanzprogramms sind, auf den ersten Blick. So benötigen die Paare beim Standardtanz viel Raum und bewegen sich über eine große Fläche. Ihre Körper sind oft eine Einheit, während die lateinamerikanischen Tänze eher auf einer begrenzten kleineren Fläche dargeboten werden. Die Bewegungen der Tänzerinnen und Tänzer bauen in diesem Fall auf mehr Drehungen und Wechseln auf.

Salsa wohin das Auge blickt

Großstadtbewohnern wird es schon längst aufgefallen sein: Deutschland ist Salsaland. In jeder großen Stadt lässt sich mittlerweile an jedem Tag eine Location finden, an der Salsa getanzt wird. Doch nicht nur Salsa, auch die anderen südamerikanischen Tänze breiten sich mehr und mehr aus. Der aus Brasilien stammende Tanz Forro zieht gerade immer größere Kreise. Er hat noch längst nicht den Bekanntheitsgrad des Salsa erreicht, doch beschäftigen sich immer mehr Anhänger des Salsa mit dem Forro. Laut offiziellen Statistiken interessieren sich in Deutschland über acht Millionen Bürger sehr für das Tanzen und weiteren fünfzehn Millionen ist das Tanzen ebenfalls nahe genug, um es regelmäßig auszuüben.

Die Location muss stimmen

Damit die Stimmung gut ist und die Tänzer zahlreich erscheinen, suchen Veranstalter nach immer ausgefalleneren Locations für ihre Tanzveranstaltungen. In Köln hat sich die Salsa-Szene das Schokoladenmuseum als Hotspot auserkoren, eine wunderbare Location direkt am Rhein mit Blick auf den Dom. Viel besser geht es für einen waschechten Kölner kaum, aber auch in Hamburg, München oder in Berlin weiß man was gute Orte sind, um dem Salsa nachzugehen.

Ein gut gewählter Ort kann dem ganzen Treffen eine besondere Note verleihen, die Vorfreude der Teilnehmer ist noch größer und oft führt es ebenso dazu, dass sich die Tänzer für den besonders schönen Ort auch besonders gut kleiden. Denn auch wenn es im Grunde nur um das Tanzen geht, verleiht ein malerischer Ort den Tänzern Flügel.

Wer einmal sonntagabends in der Altstadt von Palma de Mallorca unterwegs gewesen ist, dem sind vielleicht die Salsa-Tänzer auf der kleinen Plaza oberhalb der Stadtmauern aufgefallen. Dort trifft sich die örtliche Tanz-Szene jeden Sonntag und erfreut sich nicht nur am Tanz, sondern auch an der herrlichen Aussicht auf den wunderbaren Hafen von Palma. Die ausgelassene Stimmung überträgt sich auch auf die Zuschauer, die dort meist ebenso zahlreich erscheinen.

Was zieht man zum Salsa am besten an?

Natürlich soll es bequem und gut geschnitten sein, der richtige Schuh darf auch nicht fehlen, damit es keine Blasen gibt. Was für die Männer besonders wichtig ist, sind Hemden zum Wechseln: Beim Salsa kann es hoch hergehen und da ist das Hemd schnell durchgeschwitzt. In der Regel reichen drei bis fünf Ersatz-Hemden für einen ausgelassenen Abend und ein Deo sollte auch nicht fehlen. Bei den Damen hat es sich als Vorteilhaft erwiesen, Shorts unter dem Kleid zu tragen, denn beim Salsa wird frau auch gerne mal gewirbelt. Ansonsten gibt es keine feste Kleiderordnung, auch muss es nicht in irgendeiner Form südamerikanisch wirken, dafür sorgt die Musik ausreichend genug.

Wie lange braucht man, um Salsa tanzen zu können?

Eine schwierige Frage, hier kommt es auf Talent, tänzerische Vorgeschichte und die Bereitschaft zum Üben an. Mit viel Ausdauer und Fleiß lässt sich mangelndes Talent sehr gut kompensieren. Generell lässt sich sagen, dass man nach drei bis sechs Monaten intensiven Übens eine gute Figur auf der Tanzfläche abgeben kann. Das Lernen hört aber im Grunde niemals auf. Es gibt immer etwas zu verbessern und immer wieder eine neue Figur zum Einstudieren.

Die Tradition deutscher Volkstänze

Wenn das Volk tanzt, macht es aus dem Leben ein Fest. Es erzählt mit seinen traditionellen Tänzen Geschichten: über einen alten Handwerksberuf, wie beispielsweise im Töpfertanz in Hessen, oder die Brautwerbung, wie im Kragelunder Brauttanz, einem Heimattanz aus Schleswig-Holstein. Die Tänzerinnen und Tänzer tragen bei diesen Volkstänzen Trachten, die oft sehr aufwendig hergestellt werden. So zeigen beispielsweise die Edelweißhosenträger aus dem Allgäu handgestickte Alpenblumen. Die Blusen der Frauen werden bei den deutschen Trachten oft mit Baumwollspitze abgesetzt. Außerdem tragen die Frauen zum Volkstanz Schmuck und je nach Tanz und Gegend Kopfbedeckungen, die wie bei der Lauterbacher Trachtengilde e. V. Radhauben sein können. Die Männer tragen beim Tanz auch Trachtenhüte.

Kultureller Ausdruck mit Geschichte

Die deutschen Volkstänze werden teilweise zwar auf dieselbe Art benannt, sie unterscheiden sich jedoch oft von einer Gegend zur nächsten. Zudem gibt es Tänze, die im Norden, und Tänze, die im Süden, wie dem Alpenvorland, gezeigt werden. Sie sind jedoch immer kultureller Ausdruck mit Geschichte. Deshalb hatte die Kultusministerkonferenz in Deutschland im Dezember 2015 allen Grund, die deutsche Volkstanzbewegung in das ‚Bundesweite Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes’ aufzunehmen. Schließlich hatte diese Entscheidung auch einen Schritt auf internationaler Ebene zur Folge, denn 2016 wurde die deutsche Volkstanzbewegung auch Teil eines Übereinkommens zur Erhaltung des ‚Immateriellen Kulturerbes der UNESCO’.

Achtpaartänze und Ländler

Die Veranstaltungen, zu denen die Vereine ihre Volkstänzerinnen und -tänzer schicken, sind üblicherweise Volksfeste oder traditionelle Anlässe. So geben die Oster- und Maitänze in Deutschland oft Anlass, um die jeweiligen Tanzgruppen in der Öffentlichkeit auftreten zu lassen. Dabei folgt die Art, wie getanzt wird, bestimmten Figuren, die beim Volkstanz immer wieder aufgeboten werden. Dies können Paar-, Reihen-, Zweipaar-, Sechs- oder Achtpaartänze sein. Die Männer und Frauen formieren sich auch oft zu Kreis- oder Kegeltänzen sowie Quadrillen. Im Alpenland werden unter anderen Ländler, Polka, ein Zweifacher oder der Dreher getanzt.

Ein Auge auf die Jugend werfen

Die jeweiligen Vereine und Verbände engagieren sich in einem großen Maß in ihrer Kinder- und Jugendarbeit für die kommenden Generationen. So gründete die Lauterbacher Trachtengilde e. V. 1977 eine Kinder-und Jugendvolkstanzgruppe. Beide beteiligen sich am Vereinsleben durch Auftritte. Auch der Bayerische Trachtenverband e. V. betont in seinem Leitbild, eine aktive Gemeinschaft für alle Generationen und einer der großen Jugendverbände in Bayern zu sein. Er beabsichtigt, Jugendliche an die traditionellen Werte und Bräuche Bayerns heranzuführen. Sie erhalten so die Möglichkeit, ihren Teil in die Gesellschaft zu einzubringen.

Was auf Vereins- und Verbandsebene gilt, wird auch in der Dachorganisation der deutschen Volkstänzerinnen und Volkstänzer, der Deutschen Gesellschaft für Volkstanz e. V., DGV, gelebt. Sie hat seit über dreißig Jahren einen Arbeitskreis ‚Jugendtanz und neue Tänze’ und stellt sich unter anderem zur Aufgabe, den deutschen Volkstanz in der Jugend zu verbreiten sowie sich für die Freundschaft unter der Jugend der Welt einzusetzen.

Das Ballett als getanzte Geschichte

Das klassische Ballett hat eine lange Tradition. Innerhalb dieser blieben ihm über die Jahrzehnte und Jahrhunderte hinweg grundlegende Elemente des Tanzes bewahrt. So ist Ballett heute noch eine tänzerische Ausdrucksart auf der Bühne, bei der durch Bewegungen und Schritte Geschichten erzählt sowie Gefühle und Stimmungen beschrieben werden. Dabei spielen Gestik, Mimik und körperliche Bewegungen eine tragende Rolle, um einem vorgegebenen Handlungsverlauf zu folgen.

Getanzte Erzählungen

Kein Ballett dieser Art findet ohne klassische Musik, Bühnenbilder und Kleidung statt oder ist außerhalb des Rahmens von konzipierten getanzten Geschichten zu verstehen. So kommt es nicht von ungefähr, dass klassische Ballette getanzte romantische oder tragische Erzählungen sind und im Repertoire internationaler Tanzbühnen oft mit traditionellen Titeln wie ‚Der Nussknacker’, ‚Romeo und Julia’ oder ‚Schwanensee’ vertreten sind.

Choreografie gibt vor

Jedes Ballett folgt einer Struktur. Diese ist üblicherweise ein Konzept und wird von der Choreografin oder dem Choreografen als Choreografie kreiert. Sie legt den Handlungsverlauf fest und verbindet die Erzählung mit der Musik, der tänzerischen Leistung, dem Bühnenbild, der Requisite und den Kostümen. Sie bestimmt in diesem Zusammenhang auch die Tanzschritte und den künstlerischen Ausdruck, den die Tänzerinnen und Tänzer in ihre Arbeit zu legen haben.

Fachwörter und Grundpositionen

Zwar wird Frankreich als das Ursprungsland des klassischen Balletts angesehen. Wesentlich zu seiner Verbreitung trugen jedoch auch Italien und Russland bei. Der Name ‚Ballett’ stammt ursprünglich aus dem Italienischen. Das Wort ‚ballo’ bedeutet in Deutsch ‚Tanz’ oder ‚klassischer Tanz’ und ‚ballare’ heißt ‚tanzen’. Dennoch kommen viele Fachbegriffe auch heute noch aus dem französischen Sprachraum. Tänzerinnen und Tänzer greifen dafür auf ein eigenes Fachglossar zurück.

Bekannte Sprünge

So sind Ballettpositionen wichtige Bausteine einer Choreografie, etwa die ‚Arabesque’, die ein gestrecktes Spielbein ist, oder die ‚Attitude’, die ein gebogenes Spielbein ist. Einer breiteren Öffentlichkeit ist auch die ‚Pirouette’ bekannt. Sie wird meist auf einem Bein ausgeführt und ist eine zentrierte Drehung um die eigene Körperachse. Als solche kann sie ein- oder mehrfach sein. Das Klassische Ballett kennt Variationen von Sprüngen. Diese können auf der Stelle oder durch den Raum erfolgen. Tänzerinnen und Tänzer kennen schnelle und langsame, große und kleine Sprünge, und sie zeigen diese in Kombinationen von Bewegungsabläufen auf der Bühne. Bekannt sind vor allem der ‚Grand Jeté’, der Spagatsprung, oder der ‚Sauter’, eine Sprungposition, bei der von beiden Beinen auf beide Beine gesprungen wird.